Labore des Lernens

Im Fokus des RegioNetzWerks steht die Beantwortung der Zukunftsfragen der integrierten Raumentwicklung. Dazu sind Qualitätskriterien bestimmt worden, die in allen Leitprojekten Berücksichtigung finden. Um auch experimentell mit diesen Zukunftsfragen umzugehen, sollen in jedem Leitprojekt der Siedlungsentwicklung zusätzlich Experimentierräume definiert werden: Die Labore des Lernens.

In den Laboren werden zu einzelnen Themenschwerpunkten zukunftsweisende Ideen und Herangehensweisen sowie gesellschaftliche und technische Innovationen erprobt. Die entstehenden Reallabore erproben und entwickeln das Stadtleben der Zukunft. Durch intensive regionale Begleitung, Beratung, Unterstützung und Austausch entsteht ein regionales Lernfeld: aus den thematischen Laboratorien werden regionale Lernlabore.

Fünf Labore wurden herausgearbeitet:

Labor 1

Das Klima-Quartier – klimagerecht, ökologisch angepasst, nachhaltig geplant

Umsetzung auf Teilflächen der Leitprojekte Düsseldorf Nördlich Kalkumer Schlossallee und Meerbusch Kamper Weg

Ziel des Labors ist es, ein Quartier unter der Prämisse des Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung mit besonderem Augenmerk auf den Naturraum und den Siedlungsrand zu entwickeln. Dabei wird den Belangen der Landschaft und den Umweltschutzgütern besondere Aufmerksamkeit eingeräumt und ein Optimum nachhaltiger Energieversorgung erreicht. Hocheffiziente, Co2-neutrale, mit nachhaltigen Öko-Ressourcen betriebene Energiesysteme für Strom und Wärme werden auf der Ebene des Quartiers und der Gebäude eingesetzt, die gepaart mit optimaler Dämmung und Wärmerückgewinnung in den Gebäuden zu Plusenergiesystemen werden, sodass ein deutlicher Überschuss an Energie erreicht wird, die für die Versorgung von Gemeinschaftsflächen/-einrichtungen und angrenzende Quartiere genutzt werden kann.

Gemeinsam mit den Energieversorgern sollen neue quartiersbezogene Infrastruktursysteme entwickelt und realisiert werden. Neue Geschäftsfelder werden erprobt.

Zweites wichtiges Element: Materialien aus umweltfreundlichen Herstellungsprozessen haben im gesamten Bauvorgang Vorrang. Auch bei der Infrastruktur wird auf die Demontage-, Trenn- und Recyclingfreundlichkeit der Materialien geachtet. Das System soll durch ein hochmodernes Regenwassermanagement komplettiert werden.

LABOR 2

Das grüne bewegte Quartier

Umsetzung auf Teilflächen des Leitprojekts Duisburg Wedau/Bissingheim

Das grüne und bewegte Quartier zeichnet sich insbesondere durch vielfältige, niederschwellige und herausfordernde Bewegungsstationen und -anreize im Freiraum aus. Die Bewohner werden damit ermuntert, sich zu bewegen und gesünder zu werden. Der Freiraum hält auch Angebote für ruhige und sinnesanregende Erholung bereit, was ebenfalls zu Wohlfühlen und Gesundheit beiträgt.

Fuß- und Radwege sind optimale Angebote der Nahmobilität und machen alltägliche Bewegung angenehm. Verbindungen in und aus dem Quartier stehen in einem engen Kontext zu grünen und bewegungsfördernden Stationen und Strukturen. Im gesamten Gebiet gibt es kleinteilige Grünflächen. Gestützt werden soll dies durch Maßnahmen wie z. B. bewegter Kindergarten und Schule, Kooperationsprojekte mit Sportvereinen und -einrichtungen, Bewegungsstationen für Wohnen im Alter.

LABOR 3

Das smarte digitale Quartier – Sharing leicht gemacht

Umgesetzt auf Teilflächen der Leitprojekte in Ratingen Lintorf und Meerbusch Kamper Weg

Im Labor 3 wird das Leben mit digitaler Vernetzung ausprobiert – möglichst ohne eigenes Auto. Im Quartier sind Angebote für gemeinschaftliche Elektromobilität (Pedelecs, Lastenfahrräder, Autos und Fahrradanhänger) vorhanden. Alle Nutzer sind über ein Onlineleihsystem vernetzt und optimieren damit die Ausnutzung und Effizienz der eingesetzten Mobilität und Energie.

Die wegfallenden Stellplätze werden zu vielfältigen, kleinteiligen Quartiersplätzen und Gemeinschaftsflächen. Neben dem Leihsystem für Fahrzeuge ist über einen Quartiersserver der Verleih und Tausch von Produkten (z. B. Werkzeuge) oder Zeit (z. B. Betreuungsangebote für Kinder) möglich.

Die soziale Vernetzung erfolgt über eine Onlinequartierszeitung oder E-Partizipation der Bewohnerschaft in Anlehnung an die Quartiersakademie mit dem Themenschwerpunkt „Zukunft der Quartiere in einer digitalen und lebenswerten Heimat“.

LABOR 4

Qualitative grüne Dichte

Umgesetzt auf Teilflächen des Leitprojekts in Krefeld Planker Heide

Labor 4 beantwortet die Frage, wie dicht eine Bebauung in Quartieren am Stadtrand sein kann. Um trotz hoher Dichte eine gute Akzeptanz zu erreichen, sollen Grün- und Gemeinschaftsflächen Ausgleich bieten. Hoher Wert wird auf eine besondere Architekturqualität gelegt, mit der trotz hoher Dichte Individualität schützende Strukturen geschaffen werden.

LABOR 5

Quartier von unten, Bürger planen mit

Umgesetzt auf Teilflächen des Leitprojekts Meerbusch Kamper Weg

Labor 5 hält ein überdurchschnittliches Angebot an besonderen Partizipationsmöglichkeiten vor und während der Projektumsetzung bereit. Es gibt vielfältige Möglichkeiten der Einflussnahme und durch geeignete Methoden eine hohe Transparenz.

Bei Interesse werden Flächen für Nutzergruppen freigehalten, die nach den regionalen Qualitätskriterien, fachlich begleitet und moderiert, in Eigeninitiative entwickelt werden. Die gemeinschaftliche Raumaneignung und die Kommunikation bilden in diesem Labor die Herausforderung.

LABORE DER ZUKUNFT

Verknüpfung der Laborergebnisse mit Bestandsquartieren

In der ersten Phase der Labore werden die Themen auf den neuen Siedlungsflächen erprobt. Da die künftigen Herausforderungen der nachhaltigen Stadtentwicklung in der gesamten Region aber verstärkt auf der Transformation und Umgestaltung der bestehenden Stadtstrukturen liegen und 95 % unserer Strukturen bereits heute bestehen, sollen – je nach Entwicklung und Möglichkeit – die Erkenntnisse und zukunftsweisenden Perspektiven der Labore später auf die bestehenden Strukturen der Region übertragen werden.

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